Content-Management-Systeme
Vorlagen bestimmen, welche Zusammenhänge beim Abrufen erhalten bleiben
Bei der Bearbeitung im CMS lassen sich Inhalte in getrennten Feldern erfassen, etwa Titel, Erklärung und Quelle. Erst die Vorlage bestimmt, an welcher Stelle diese Angaben auf der veröffentlichten Seite erscheinen. Eine sorgfältige Eingabe genügt deshalb nicht, wenn die Vorlage eine Aussage und die zugehörige Einschränkung weit auseinander platziert.
Auch die technische Kennzeichnung der Inhalte gehört zur Vorlage. HTML ist die Auszeichnungssprache, mit der Webseiten aufgebaut werden. Semantisches HTML kennzeichnet die Bedeutung einzelner Bereiche, etwa eine Überschrift, einen Absatz oder den Hauptinhalt. Programme, die Webseiten für eine KI-Suche aufbereiten, können solche Kennzeichnungen zur Unterscheidung der Inhalte nutzen.
Einheitliche Vorlagen helfen, diese Struktur über viele Seiten hinweg beizubehalten. Zusätzlich können sie strukturierte Daten ausgeben. Das sind ausdrücklich beschriftete Angaben, mit denen Programme beispielsweise einen Artikel und dessen Autor zuordnen können. Die Angaben müssen zum sichtbaren Inhalt passen und bei Änderungen mitgepflegt werden.
Wiederkehrende Seitenelemente vom Hauptinhalt trennen
Vorlagen enthalten häufig Navigation, Kontaktangaben und weitere Texte, die auf vielen Seiten wiederkehren. Diese wiederholten Bestandteile werden als Boilerplate bezeichnet. Werden sie bei einem Abruf zusammen mit dem eigentlichen Seiteninhalt übernommen, enthält der abgerufene Text auch viele Angaben, die für die aktuelle Frage keine Erklärung liefern.
Das CMS sollte deshalb ermöglichen, den Hauptinhalt eindeutig zu kennzeichnen und unnötige Wiederholungen in den Vorlagen zu vermeiden. Die Navigation erfüllt weiterhin ihren Zweck. Entscheidend ist, dass sie technisch vom Inhalt der jeweiligen Seite unterschieden werden kann.
Worauf kommt es bei einem CMS an, damit KI-Suchsysteme die Website nutzen können?
Ein CMS muss die Inhalte so veröffentlichen, dass Suchsysteme sie abrufen und ihre Gliederung erkennen können. Dazu gehören zugängliche Webseiten, eindeutig gekennzeichnete Überschriften und zusammenhängende Erklärungen. Entscheidend ist deshalb, welche Seiten das CMS tatsächlich erzeugt und wie sich deren Aufbau anpassen lässt.
Suchsysteme müssen auf die veröffentlichten Inhalte zugreifen können
Ein KI-Suchsystem kann Informationen von einer Website abrufen, um eine Nutzerfrage zu beantworten. Dafür müssen die betreffenden Seiten technisch zugänglich sein. Ein Text, der nur im Bearbeitungsbereich des CMS gespeichert ist, steht einer öffentlichen Websuche nicht zur Verfügung.
Das CMS sollte die Einstellungen unterstützen, mit denen der Zugriff und die Aufnahme in Suchverzeichnisse gesteuert werden. Die Datei robots.txt enthält Vorgaben dazu, welche Bereiche Suchprogramme abrufen dürfen. Eine XML-Sitemap ist eine maschinenlesbare Liste von Webadressen, mit deren Hilfe Suchsysteme Seiten entdecken können. Wenn derselbe Inhalt unter mehreren Adressen erreichbar ist, kennzeichnet ein Canonical-Verweis die bevorzugte Adresse.
Diese Funktionen gehören zu den technischen Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO. Sie sind auch für KI-Suchangebote relevant, die auf Suchverzeichnisse zurückgreifen. Ob eine zugängliche Seite später für eine bestimmte Antwort verwendet wird, entscheidet sich jedoch nicht allein durch diese Einstellungen.
Website-Baukästen bringen viele Vorgaben bereits mit
Bei Baukästen wie Squarespace oder Wix stellt der Anbieter das System als Onlinedienst bereit. Viele Funktionen und Vorlagen sind vorgegeben. Squarespace nennt beispielsweise automatisch erzeugte Sitemaps, bearbeitbare Seitentitel und Beschreibungen sowie strukturierte Daten für verschiedene Inhalte als integrierte Funktionen.
Solche Vorgaben erleichtern eine einheitliche Veröffentlichung. Bei besonderen Anforderungen kommt es darauf an, welche Änderungen die Plattform erlaubt: Lassen sich zusammengehörige Inhalte wie benötigt anordnen? Können zusätzliche Angaben technisch gekennzeichnet werden? Die vorhandenen Standardfunktionen müssen deshalb mit dem vorgesehenen Seitenaufbau abgeglichen werden. Aus der Bezeichnung „Baukasten“ allein lässt sich die Eignung nicht ableiten.
Erweiterbare CMS erlauben eigene Anpassungen
Bei Open-Source-CMS wie selbst gehostetem WordPress oder TYPO3 ist der Programmcode zugänglich und kann angepasst werden. Erweiterungen und eigene Vorlagen ermöglichen zusätzliche Inhaltsfelder und eine gezielte Ausgabe der gespeicherten Informationen.
WordPress lässt sich durch Plugins, also zusätzliche Softwarebausteine, erweitern. Technische Suchfunktionen werden je nach Aufgabe durch das Grundsystem oder eine Erweiterung bereitgestellt. XML-Sitemaps gehören bereits zum WordPress-Grundsystem. TYPO3 bietet mit seiner SEO-Erweiterung unter anderem Funktionen für Sitemaps, Canonical-Verweise und Metadaten, also ergänzende Angaben wie die Seitenbeschreibung.
Die zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten müssen aufeinander abgestimmt werden. Wenn mehrere Erweiterungen oder Vorlagen dieselben Angaben unterschiedlich ausgeben, können widersprüchliche Kennzeichnungen entstehen. Deshalb muss die veröffentlichte Seite geprüft werden: Sind Überschriften richtig zugeordnet, bleiben Erklärungen zusammen und stimmen sichtbare Angaben mit den strukturierten Daten überein?
Auch bei CMS für große Organisationen, die als Enterprise-Systeme angeboten werden, gelten diese Anforderungen. Die Produktkategorie ersetzt die Prüfung der tatsächlich erzeugten Webseiten nicht.
Bei einem Headless-CMS erzeugt eine separate Anwendung die Website
Ein Headless-CMS verwaltet die Inhalte und stellt sie über eine Programmierschnittstelle, eine sogenannte API, bereit. Eine separate Anwendung übernimmt daraus den Aufbau der Website. Inhaltspflege und Darstellung lassen sich dadurch unabhängig voneinander anpassen.
Die TYPO3-Headless-Erweiterung kann Inhalte beispielsweise im Datenformat JSON ausgeben. Dabei werden Angaben in benannten Feldern übertragen; Feldnamen und Anordnung lassen sich anpassen. Eine Anwendung kann diese Daten übernehmen und daraus Webseiten erzeugen.
Für eine KI-Websuche muss deshalb auch die separate Website geprüft werden. Dass Inhalte im CMS geordnet gespeichert und über eine Schnittstelle verfügbar sind, sagt noch nicht, ob ein Suchprogramm sie auf der veröffentlichten Webseite vollständig abrufen kann. Die Anwendung, die die Website erzeugt, muss die Gliederung und die zusammengehörigen Angaben in der Ausgabe erhalten.
TYPO3-Dokumentation: „Suggested configuration options for improved SEO in TYPO3“
https://docs.typo3.org/m/typo3/reference-coreapi/main/en-us/ApiOverview/Seo/Configuration/Index.html
Quelle: Squarespace – integrierte SEO-Funktionen
Quellen: WordPress – Erweiterungen und Sitemaps im Grundsystem
https://developer.wordpress.org/plugins/intro/what-is-a-plugin/
Quelle: TYPO3-Headless – Ausgabe von Inhalten über eine JSON-Schnittstelle
https://docs.typo3.org/p/friendsoftypo3/headless/main/en-us/Introduction/Index.html

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